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Atommüll - Zwischen- und Endlagerung > Ahaus

Zentrales Zwischenlager im Münsterland

Ahaus Zwischenlager 2

Brennelemente-Zwischenlager Ahaus

Das zwischen 1984 und 1990 errichtete zentrale Zwischenlager Ahaus, auch Transportbehälterlager (TBL) Ahaus genannt, befindet sich in der gleichnamigen Stadt im westlichen Münsterland. Es besteht aus zwei getrennten Lagerhallen, in denen Brennelemente und weitere radioaktive Stoffe gelagert werden.[1]

Laut der für Ahaus zuständige Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) werden in der Lagerhalle Brennelemente-Zwischenlager Ahaus (BZA) "sechs CASTOR-V-Behälter mit abgebrannten Brennelementen aus deutschen Atomkraftwerken", sowie Brennelemente aus dem Hochtemperaturreaktor Hamm-Uentrop (Nordrhein-Westfalen) und aus Forschungsreaktoren gelagert. In der Lagerhalle Abfall-Zwischenlager Ahaus (AZA) befinden sich in 230 Containern "schwach- und mittelradioaktive Abfälle aus dem Betrieb und der Stilllegung deutscher Kernkraftwerke", die 2027 ins Endlager Schacht Konrad abgegeben werden sollen. .[1]

Das Lager wurde im Juni 1992 in Betrieb genommen; bis Ende Dezember 2021 wurden 15 meldepflichtige Ereignisse gezählt.[2]

2010 sollten Brennstäbe mit atomwaffenfähigem Uran und Plutonium, die aus dem ehemaligen DDR-Forschungsreaktor in Rossendorf stammten und in Ahaus gelagert werden, ins russische Majak transportiert werden. Der Transport war zunächst vom BfS genehmigt worden, wurde aber nach Protesten von Umweltschutzgruppen in Deutschland und Strahlenopfern im russischen Majak gestoppt.[3][4]

Betreiber des zentralen Zwischenlagers Ahaus war lange die Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS). Im August 2017 übernahm jedoch der Bund mit der BGZ Eigentum und Betrieb.[5]

Kritik an Lagerung und Transport

In einem Beitrag des "Deutschlandfunks" von 2011 kritisierte der Physiker und Umweltberater Wolfgang Neumann, dass das Zwischenlager Ahaus lediglich eine Industriehalle sei und kaum gegen äußerliche Gewalteinwirkung geschützt sei. "Bei einem Flugzeugabsturz zum Beispiel müssen deshalb die Castoren die Sicherheit gewährleisten."[6]

Im November 2011 kritisierten Umweltschützer die durch die GNS beantragte Lagerung von Atommüll aus dem ehemaligen Forschungsreaktor AVR Jülich (Nordrhein-Westfalen) im Zwischenlager Ahaus. Dies bringe Gefahren beim Transport mit sich, aber kein Mehr an Sicherheit bei der Lagerung.[7]

Am 4. Mai 2012 wurde ein Sonderzug mit Atommüll gesichtet, dessen Herkunft und Ziel zunächst unklar waren. Erst im Juli stellte sich heraus, dass der Transport für Ahaus bestimmt war.[8]

Nach dem Abschluss des europäischen Stresstests waren keine Ergebnisse für Ahaus bekannt geworden, es wurde aber in diesem Zusammenhang von Umweltschutzgruppen im Oktober 2012 kritisiert, dass die Landesregierung zwar ein Transportmoratorium beschlossen, aber nicht umgesetzt habe.[9]

Die Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus" lehnt Transporte und Lagerung von Atommüll in Ahaus ab, solange es kein Endlager gibt.[10]

(Letzte Änderung: 02.07.2023)

Einzelnachweise

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