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Atomenergie in Europa > Frankreich > Brennilis/Monts d´Arrée (Frankreich)

Gasgekühlter Schwerwasserreaktor (HWGCR) • Leistung: 75 MW • Typ: Monts d´Arrée •
Hersteller: Groupement Industriel Francais • Baubeginn: 1. Juli 1962 •
Inbetriebnahme: 23. Dezember 1966 • Abschaltung: 31. Juli 1985[1][2]


Stillgelegter Versuchsreaktor in der Bretagne

Brennilis 20 La centrale nucléaire des Monts d'Arrée, vue d'ensemble

AKW Brennilis (Frankreich)

Der stillgelegte Reaktor Brennilis, auch EL-4 oder Monts d´Arrée genannt, befindet sich in der Bretagne in Nordwesten Frankreichs am Réservoir de Saint-Michel, östlich von Brest und südlich von Morlaix.[3] Er wurde gasgekühlt, mit schwerem Wasser moderiert und von 1966 bis 1985 betrieben. Eigentümer und Betreiber ist die Électricité de France (EDF).[1] Hersteller war Groupement Industriel Francais.[2]

Im August 1975 verübten bretonische Terroristen, die für die Unabhängigkeit der Bretagne kämpfen, einen Anschlag mit zwei Bomben auf den Reaktor.[4]

Rückbau im Gange

1992 wurden Brennstoffe und Kühlwasser aus der 1985 stillgelegten Anlage entfernt.[5]

Der Rückbau der Anlage ist laut der Atomaufsicht ASN seit 1996 im Gange. 2013 wurden Teile des Kühlkreislaufs abgebaut. Der Abriss des Reaktors sollte zwischen 2015 und 2020 erfolgen.[6]

2006/2007 wurden vom Laboratoire CRIIRAD im Auftrag der französischen Anti-AKW-Organisation "Sortir du nucléaire" Untersuchungen durchgeführt. Daraus geht hervor, dass die Anlage u.a. mit Cäsium-137, Kobalt-60, Silber-108 M, Uran-235, Thorium-227 und Aktinium-227 kontaminiert ist.[7]

Für den durch ein französisch-deutsches Konsortium unter Beteiligung von NUKEM durchgeführten Rückbau, so ist auf der Website des Deutschen Atomforums (DAtF) zu lesen, wurden 2012 in Frankreich zum ersten Mal Industrieroboter eingesetzt.[8]

Laut der französischen Anti-AKW-Organisation “Sortir du nucléaire“ wurde die Stilllegung des Reaktors 2012 in einer Untersuchung als mangelhaft gewertet: die Gründe waren eine falsche Identifikation der Abfälle und eine nicht ausreichende Sicherstellung.[9]

Der Rückbau wurde im Juli 2011 nach einer vierjährigen Unterbrechung per Dekret fortgesetzt. 2013 forderten sieben Umweltschutzorganisationen eine Aussetzung des Rückbaus und eine öffentliche Debatte.[10]

Im Mai 2015 wurde bekannt, dass EDF neue Unterlagen für den Rückbau erstellt; dieser soll erst 2025 abgeschlossen werden.[11]

(Letzte Änderung: 29.11.2021)

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 IAEO: PRIS - Country Statistics/France abgerufen am 29. November 2021
  2. 2,0 2,1 IAEO: LES CENTRALES NUCLEAIRES DANS LE MONDE von 1997
  3. WNA Reactor Database: El 4 (Monts D'Arree), France abgerufen am 29. November 2021
  4. SPIEGEL 35/1975: Holz am Hals vom 24. August 1975
  5. neimagazine.com: Breaking up Brennilis vom 1. August 2012
  6. ASN: Monts d'arrée EL4 D (Brennilis) abgerufen am 10. Februar 2015 (via WayBack)
  7. criirad.org: Impact radiologique de la centrale de Brennilis (Site des Monts d’Arrée SMA) vom 22. September 2007
  8. kernenergie.de: Brennilis – Erster Einsatz von Industrierobotern für den Rückbau eines französischen Kernkraftwerks von 2012 (via WayBack)
  9. arte.tv: Atomenergie ade – Was passiert mit den AKW ? vom 15. September 2012 (via WayBack)
  10. Le Monde: Des associations réclament la suspension du démantèlement de la centrale de Brennilis vom 17. Januar 2013
  11. 20minutes.fr: Bretagne: Brennilis n’en a pas fini avec sa centrale nucléaire vom 5. Mai 2015
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