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Atomenergie in Europa > Dänemark

Atomforschung und Anti-Atomkraftbewegung

Vestergade 7 OOA

Dänemark gehörte, so berichtet die World Nuclear Association (WNA), einst zu den führenden Staaten in Hinblick auf Atomenergie. Der Däne Niels Bohr erhielt 1922 den Nobelpreis für Physik für seine Forschungen im Bereich der Atomphysik. Nach der Aufnahme in die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) als Gründungsmitglied 1957 besaß das Land drei Forschungsreaktoren im Laboratorium Risø, die zwischen 1957 und 1960 in Betrieb gingen und mittlerweile stillgelegt sind.[1][2]

Am 21. Januar 1968 stürzte in Thule in Grönland ein US-B52-Bomber mit vier Atomsprengköpfen beim Luftwaffenstützpunkt ab. Es kan zu einer großflächigen Verteilung von Plutonium.[3]

In den 1970er und 1980er Jahren gab es eine starke Anti-Atomkraftbewegung in Dänemark. Dänische Demonstranten erfanden damals auch den Slogan "Atomkraft? – Nein danke!" ("Atomkraft? – Nej tak!") und den zugehörigen Anstecker mit lachender roter Sonne und gelbem Rand.[4][5]

Resolution gegen die Nutzung der Atomkraft 1985

1985 wurde eine Resolution im dänischen Parlament verabschiedet, die den Bau von Atomkraftwerken in Dänemark untersagt. Über die Hälfte der erzeugten Energie stammt heute aus erneuerbaren Quellen.[1]

Im Februar 2011 stellte die dänische Regierung eine neue Energiestrategie vor, deren Ziel eine Verringerung der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen war und in der die Atomkraft nicht erwähnt wurde.[6] Nach der Fukushima-Katastrophe forderte Dänemark zusammen mit vier anderen Staaten den europaweiten Ausstieg aus der Atomkraft.[7]

Middelgrunden wind farm 2009-07-01 edit filtered

Windpark Middelgrunden (Dänemark)

2013 hatte das nordeuropäische Land große Fortschritte beim Umstieg auf erneuerbare Energien zu verzeichnen, die in jenem Jahr bereits 50 % des in Dänemark erzeugten Stroms ausmachten. Bis 2050 will Dänemark komplett auf Kohle, Gas und Erdöl verzichten.[8]

Es wird immer wieder behauptet, dass eine zu schnelle Umstellung auf Windkraft Probleme bei der Stromversorgung mit sich bringe. Nicht so in Dänemark: Obwohl 2013 über ein Viertel des Stroms durch Windkraftanlagen gedeckt wurde, hat das Land das sicherste Stromnetz Europas. Dies ist möglicherweise auf die Verwendung kleiner, dezentraler Einheiten zurückzuführen.[9]

Im September 2018 bestätigte der dänische Botschafter neuerdings bei der IAEO, dass sich Dänemark gegen eine Nutzung der Atomkraft entschieden habe und seine Energieproduktion auf "nachhaltigere" Quellen stütze, insbesondere die Windenergie.[10]

Weitere Links

→ AtomkraftwerkePlag: Atommüll und Endlagerung in Europa: Dänemark
→ Nobelprize.org: The Nobel Prize in Physics 1922 – Niels Bohr

(Letzte Änderung: 15.04.2024)

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 world-nuclear.org: Nuclear Energy in Denmark abgerufen am 17. März 2021
  2. IAEO: Member States abgerufen am 17. März 2021
  3. Greenpeace: Der Jahreskalender: Januar vom 26. April 2006
  4. pm-magazin.de: „Atomkraft? – Nein danke!“ Wo kommt das her? abgerufen am 17. Mai 2011 (via WayBack)
  5. Badische Zeitung: Vor 35 Jahren erfand Anne Lund das Anti-Atomkraft-Logo vom 22. Oktober 2010
  6. eurotopics: Dänemark übergeht Atomkraft vom 25. Februar 2011 (via WayBack)
  7. Spiegel Online: Fukushima und die Folgen: Fünf EU-Länder fordern europaweiten Atomausstieg vom 21. März 2011
  8. manager magazin: Nordische Energiewende - Wie Dänemark die Welt retten will vom 4. Oktober 2013
  9. heise.de: Blackouts: Von Dänemark lernen vom 30. Dezember 2013
  10. IAEO: Statement by Denmark (62nd IAEA General Conference 17-21 September 2018)
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