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Die Lobbyorganisationen > European Nuclear Energy Forum (ENEF)

Das European Nuclear Energy Forum (ENEF) ist eine Lobbyorganisation, die 2007 gegründet wurde. Sie beschreibt sich auf als eine "einzigartige Diskussionsplattform" für Regierungen aller EU-Mitgliedstaaten, europäische Institutionen, Atomindustrie, Stromverbraucher und Gesellschaften, um sich über Chancen und Risiken der Atomkraft sowie deren Rolle im strategischen Rahmen der Energieunion auszutauschen. [1]

Wie das European Energy Forum (EEF) ist auch die ENEF von den Medien nicht behandelt worden, sondern nur von anderen Lobbyorganisationen oder Atomkonzernen. So wurde sie beispielsweise bei der IAEO im Januar 2009 unter dem Titel "EU‘s Vision and Actions" aufgeführt[2], im Deutschen Atomforum anlässlich des Forums 2009[3] oder bei AREVA.[4]

Das ENEF fand starke Unterstützung bei der EU-Kommission. So hielt z. B. beim ersten Treffen des ENEF am 1. November 2007 der Präsident der EU-Kommission, Barroso, die Begrüßungsrede. Es wurden Entwicklung, Chancen und Risiken der Atomkraft sowie Information und Transparenz als Schwerpunkte behandelt.[5] Um die gleichen Themen ging es auch bei den folgenden, jährlich stattfindenden Treffen. 2012 hielt EU-Kommissar Günther Oettinger die Begrüßungsrede, und Walter Hohlefelder, Mitglied im Präsidium des Deutschen Atomforums, referierte über eine neue nukleare Sicherheitsarchitektur.[6] Eine der wesentlichen Ziele der ENEF bestand 2012 darin, eine intensivere Zusammenarbeit bei der Atomkraft und ein einheitliches europäisches Reaktordesign sowie dessen Akzeptanz zu erreichen.[7]

Die Teilnehmerliste des Meetings von 2013 setzte sich aus Mitgliedern aller wichtigen Atomkonzerne, Lobbyorganisationen sowie Staaten mit Atomkraftwerken (Großbritannien, Frankreich, Tschechien, Slowakei, Kroatien, Ungarn etc.) zusammen.[8]

Dass das ENEF von Anfang an als Lobbyorganisation geplant war, wird durch den Rückzug der Umweltorganisationen Greenpeace, Friends of Earth und Sortir du nucléaire aus dem Forum im Mai 2009 belegt. Die Organisationen beschuldigten ENEF, kritische Stimmen zu unterdrücken und Bedenken der Gesellschaft wegen der Atomkraft zu ignorieren.[9]

(Letzte Änderung: 20.12.2023)

Einzelnachweise

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