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Die Lobbyorganisationen > European Nuclear Society (ENS)

Die European Nuclear Society (ENS) wurde am 20. April 1975 von neun europäischen Staaten und unter Mitarbeit von Prof. Dr. Häfele und Prof. Dr. Beckurts, damals Vorsitzende der deutschen Lobbyorganisation Kerntechnische Gesellschaft (KTG), gegründet.[1] Die deutsche Jugendabteilung der ENS wurde von der ehemaligen Präsidentin der KTG, Astrid Petersen, ins Leben gerufen.[2]

Heute ist die ENS ein Netzwerk, in dem Nukleargesellschaften aus 20 europäischen Staaten und Israel vertreten sind. Sie ermöglicht den Austausch von Wissen und Erfahrungen in Wissenschaft und Technologie und fördert deren Entwicklung und das Verständnis für die friedliche Nutzung der Atomkraft. Die ENS ist die größte Gesellschaft für Nuklearwissenschaft, Forschung und Industrie in Europa. Das Sekretariat befindet sich in Brüssel.[3]

Dass in der ENS auch Wissenschaftler aus deutschen Lehranstalten vertreten waren, verdeutlicht wieder einmal die enge Verflechtung zwischen Atomlobby und Wissenschaft. So war beispielsweise Dr. Joachim Knebel, ehemaliger Chief Science Officer am Kerntechnischen Institut Karlsruhe, von 2008 bis 2011 Vizepräsident der ENS.[4] Der 2006 emeritierte Professor Jürgen Knorr von der TU Dresden war 1993 bis 2000 Vorstandsmitglied der ENS.[5]

2007 verlieh die ENS Dr. Ralf Güldner, der damals Geschäftsführer der AREVA NP GmbH und lange Jahre Präsident des Deutschen Atomforums war, einen Preis für sein langjähriges Engagement.[6]

Im April 2011, kurz nach der Fukushima-Katastrophe, meldete sich auch die ENS zu Wort. Die Co-Direktorin Mihaela Stiopol wies darauf hin, dass osteuropäische Staaten weiterhin zur Atomkraft stünden, um nicht von Russland als Energielieferant abhängig zu sein. Ihrer Meinung nach gäbe es die Tendenz, dass bestehende Reaktoren zwar weiterlaufen würden, die Entscheidung für neue AKW aber schwieriger werde.[7]

Laut einer Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage im Bundestag aus dem Jahr 2011 war das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) Mitglied der ENS.[8]

→ AtomkraftwerkePlag: Kerntechnische Gesellschaft (KTG)
→ AtomkraftwerkePlag: Studien und Stiftungsprofessuren

(Letzte Änderung: 20.12.2023)

Einzelnachweise

  1. ktg.org: Chronik der Kerntechnischen Gesellschaft (KTG) e.V. abgerufen am 26. November 2006 (via WayBack)
  2. FTD: Cheflobbyistin Astrid Petersen: Die strahlende Atom-Frau vom 21. Mai 2012 (via WayBack)
  3. ENS: About ENS abgerufen am 19. Dezember 2023
  4. KIT: Prof. h.c. Dr.-Ing. Joachim U. Knebel abgerufen am 29. September 2015 (via WayBack)
  5. tu-dresden: Prof. Dr. rer. nat. Jürgen Knorr abgerufen am 7. Juni 2015 (via WayBack)
  6. AREVA: NuclearNewsLetter - AREVA NP Customer Information vom August 2007 (via WayBack)
  7. N24: ANALYSE: Europa streitet weiter über Atomkraft vom 25. April 2011 (via WayBack)
  8. dipbt.bundestag.de: Antwort der Bundesregierung - Förderungen von Vereinigungen der Atomlobby - Drucksache 17/ 5971 vom 26. Mai 2011
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