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Atomenergie in außereuropäischen Ländern > Indonesien

Jakarta Skyline Part 2

Jakarta (Indonesien)

Indonesien war 1957 ein Gründungsmitglied der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO).[1]

Erste Schritte zur Nutzung der Atomenergie waren die Gründung des Committee for the Investigation of Radioactivity (1954) sowie des Atomic Energy Council und des Atomic Energy Institute (1958). 1965 wurde ein erster Forschungsreaktor des Typs Triga Mark II in Bandung in Betrieb genommen.[2]

Indonesien besitzt darüber hinaus zwei Forschungsreaktoren mit der Bezeichnung KARTINI-PSTA und RSG-GAS, die 1979 und 1987 in Betrieb gegangen sind.[3]

1994 verursachte Methan, das aus einem Speicher entwich und sich entzündete, eine Explosion im Forschungsreaktor Serpong.[4]

Einstieg in die Atomkraft fraglich

Nach Informationen der World Nuclear Association (WNA) erwog das südostasiatische Land ab 1989 den Einstieg in die kommerzielle Nutzung der Atomkraft und führte eine Machbarkeitsstudie durch. 2006 wurden zwei Reaktoren mit je 1.000 MW Leistung (Muria 1 und 2) angekündigt, die nach 2010 gebaut und 2016/2017 in Betrieb gehen sollten.[5] 2007 wurde in einem Gesetz die Fertigstellung von vier Reaktoren mit 6 GW Leistung in den Jahren 2015 bis 2019 verabschiedet.[6]

2010 wurden als mögliche Standorte Muria und Banten auf Java sowie die Insel Bangka südlich von Sumatra erwogen.[5]

Angesichts der Fukushima-Katastrophe im Juni 2011 kündigte Indonesien vorübergehend an, doch nicht in die Kernenergie einsteigen zu wollen.[7] Im Oktober 2011 wurde dies jedoch revidiert[8], und Indonesien kündigte im Februar 2013 den Bau von vier kommerziellen Reaktoren an.[9] Im Februar 2014 wurde bekannt, dass ein kleiner 30-MW-Reaktor in Serpong, Banten, errichtet werden soll.[10]

Am 12. Dezember 2015 widerrief der Minister für Energie und Bodenschätze frühere Pläne, bis 2025 Atomkraftwerke im Wert von 8 Mrd. US-Dollar in Indonesien zu errichten. Stattdessen soll nach dem neuen National Energy Plan der Anteil der erneuerbaren Energien im Jahr 2025 bei 23 % liegen, und der restliche Bedarf durch Erdöl, Kohle und Gas gedeckt werden.[11]

Am 7. Februar 2018 berichtete die WNA jedoch, die indonesische National Atomic Energy Agency (Batan) strebe den Bau eines experimentellen Hochtemperaturreaktors (I-EPR) sowie kommerzieller Einheiten auf den Inseln Bali, Java, Madura and Sumatra an.[12]

Im Oktober 2023 wurde berichtet, dass das "Ministry of Energy and Mineral Resources" ab November 2024 ein erstes AKW bauen lassen wolle, das 2030 in Betrieb gehen soll.[13]

(Letzte Änderung: 17.05.2024)

Einzelnachweise

  1. IAEO: Member States abgerufen am 30. Oktober 2022
  2. IAEO: Country Nuclear Power Profiles/Indonesia abgerufen am 23. Mai 2019 (via WayBack)
  3. IAEO: Research Reactors/Countries: Indonesia abgerufen am 30. Oktober 2022 (in Suche "Indonesia" eingeben)
  4. Welt Online: Fukushima ist ein Albtraum, aber kein Einzelfall vom 18. März 2011
  5. 5,0 5,1 WNA: Nuclear Power in Indonesia abgerufen am 30. Oktober 2022
  6. worldnuclearreport: The World Nuclear Industry Status Report 2014 abgerufen am 30. Oktober 2022
  7. Handelsblatt: Indonesien sagt "Nein" zur Atomkraft vom 19. Juni 2011 (via WayBack)
  8. BüSo: Malaysia und Indonesien bekräftigen Einsatz der Kernenergie vom 1. Oktober 2011 (via WayBack)
  9. Sächsische Zeitung: In Asien entstehen 43 neue Atomkraftwerke vom 8. Februar 2013
  10. Investvine: Indonesia to build first nuclear power plant vom 8. Februar 2014
  11. nuklearforum.ch: Indonesien setzt nicht mehr auf Kernenergie vom 4. Januar 2016
  12. world nuclear news: Indonesia 'can meet needs with nuclear power' vom 7. Februar 2018
  13. indonesiabusinesspost.com: Ministry of Energy and Mineral Resources plans to develop nuclear power plant amid regulatory adjustment vom 24. Oktober 2023
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