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Organisationen und Kommissionen > International Nuclear Risk Assessment Group (INRAG)

Mycle Schneider

Mycle Schneider

Die International Nuclear Risk Assessment Group (INRAG) ist ein Netzwerk unabhängiger internationaler Atomenergieexperten und -expertinnen, das am 10. März 2014 zum dritten Jahrestag der Fukushima-Katastrophe gegründet wurde.[1]

Das Ziel der INRAG: Sie soll Entscheidungsträger und Organisationen der Zivilgesellschaft über nukleare Sachverhalte informieren und beraten, den Zugang der Öffentlichkeit zu maßgeblichen Informationen verbessern und zu einem höheren Maß an Verständlichkeit beitragen. Sie soll außerdem die wissenschaftliche Forschung über nukleare Risiken fördern und eine umfassende Wissensbasis über nukleare Risiken bereitstellen.[2]

Zu den Mitgliedern der INRAG gehören viele namhafte internationale Experten, wie beispielsweise Professor Wolfgang Renneberg oder Mycle Schneider und Juliette Hazemann, die jährlich den → World Nuclear Industry Status Report herausgeben.[3]

INRAG wies am Gründungstag darauf hin, dass die Lage in Fukushima nach wie vor nicht unter Kontrolle sei und sich vergleichbare Atomkatastrophen jederzeit wieder ereignen könnten. Sie kritisierte, dass aus dem GAU keine Lehren gezogen wurden und die wahren Risiken von der Atomkraft-Community verschwiegen werden, um die Nutzung der Atomenergie nicht zu gefährden.[4] Die Ursache für den GAU von Fukushima sieht INRAG vor allem darin, dass es keine unabhängige Atomaufsicht gegeben habe. "Die in sich geschlossene nukleare Gesellschaft aus Betreibern, Regierungsstellen und Aufsichtsbehörden hat dies verhindert".[5]

Wolfgang Renneberg bezeichnet die INRAG als Gegengewicht zur geschlossenen nuklearen Community. ""Wir brauchen Transparenz, eine offene Debatte über die Risiken – auf wissenschaftlicher Grundlage, unabhängig, weltweit." Renneberg war bis 2009 Leiter der Atomaufsicht im Bundesumweltministerium."[6]

Auch auf zentralen Newsseiten der Volksrepublik China wurde die INRAG vorstellt. Dies gab dem Land die Gelegenheit zu kritischen Anmerkungen in Richtung Japan, war aber doch bemerkenswert, da in China reihenweise neue Atomkraftwerke gebaut werden.[7][8]

Links

→ INRAG: Homepage
→ INRAG: Die zukünftige Rolle der Kernenergie in Europa - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

(Letzte Änderung: 04.05.2023)

Einzelnachweise

  1. INRAG: INRAG abgerufen am 20. Dezember 2014 (via WayBack)
  2. INRAG: Terms of Reference abgerufen am 3. Mai 2023
  3. INRAG: Members abgerufen 3. Mai 2023
  4. FinanzNachrichten.de: Experten warnen vor weiteren nuklearen Unfällen vom 10. März 2014
  5. ORF: Proteste gegen Pläne vom 11. März 2014
  6. FR Online: Experten warnen vor neuem GAU vom 10. März 2014 (via WayBack)
  7. china.org.cn: Most important lessons from Fukushima not learnt: nuclear risk experts vom 11. März 2014
  8. news.xinhuanet.com: Most important lessons from Fukushima not learnt: nuclear risk experts vom 11. März 2014 (via WayBack)
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