AtomkraftwerkePlag Wiki
Advertisement

Organisationen und Kommissionen > Kerntechnische Hilfsdienst GmbH (KHG)

Notfallvorsorge nach Störfällen

Die Kerntechnische Hilfsdienst GmbH ist ein Unternehmen, das 1977 gegründet wurde. Anteile an der KHG besitzen die BGZ Gesellschaft für Zwischenlagerung mbH (92,2 %), die Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen mbH (JEN, 6,6%) und die Kerntechnische Entsorgung Karlsruhe GmbH (KTE, 1,2%). Das Mandat der KHG besteht darin, "Gefahren bei Unfällen in einer kerntechnischen Anlage einzudämmen und zu beseitigen. Dafür verfügt das Unternehmen über hoch spezialisierte Fachkräfte und eine umfangreiche Ausrüstung."[1]

Kernaufgaben sind der Strahlenschutz, die Dekontamination und der Betrieb der IT-Infrastruktur Strahlenschutz.[2]

Mit der KHG gibt es Kooperationsabkommen der Atomkraftwerksbetreiber. Das Unternehmen übt in größeren Zeitabständen das Zusammenwirken mit dem Krisenstab und den Behörden bei Störfällen.[3]

Roboter und ferngesteuerte Fahrzeuge

Der Kerntechnische Hilfsdienst verfügt über Roboter und ferngesteuerte Fahrzeuge, die bei Atomunfällen eingesetzt werden können. Die Geräte müssen so geschützt sein, dass sie radioaktiver Strahlung widerstehen können.

Kameragehäuse werden durch eine Wolfram-Bleilegierung geschützt, Objektive durch Bleiglasvorlagen. 23 Mitarbeiter der Stammbelegschaft trainieren die übrigen Mitarbeiter im Umgang mit den Fahrzeugen. Mit 140 Mitarbeitern wird eine Rufbereitschaft rund um die Uhr gewährleistet.[4]

Unterstützung bei Abrüstung und Tschernobyl

Am 16. Dezember 1992 sagte die Bundesregierung Russland die Lieferung von Geräten der KHG für 6 Mio. Deutsche Mark im Rahmen der Abrüstungshilfe (Beseitigung von Atomwaffen) zu. Die Lieferung erfolgte 1994.[5]

Nach der Fukushima-Katastrophe hatte Deutschland Japan am 18. März 2013 angeboten, Roboter der KGH zur Unterstützung am havarierten AKW zu liefern.[6]

2013 standen zwölf Roboter zur Verfügung. Michael Gustmann, der Betriebsleiter der KHG, der in diesem Jahr auch Juryvorsitzender beim Wettbewerb für Rettungsroboter (Eurathlon) war, erklärte, dass man 1986 Geräte in Tschernobyl eingesetzt habe, nicht aber in Fukushima. In Deutschland sei es bislang noch zu keinem gefährlichen Einsatz gekommen. Einem autonomen Einsatz von Robotern ohne menschliche Bedienung steht Gustmann skeptisch gegenüber, da es zu viele unvorhersehbare Situationen gebe.[7][1]

(Letzte Änderung: 01.05.2023)

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 KHG: Homepage abgerufen am 30. April 2023
  2. KHG: Unsere Aufgaben abgerufen am 30. April 2023
  3. BMU: Übereinkommen über nukleare Sicherheit vom 26. Juni 2013 (S. 123, 129, via WayBack)
  4. Stuttgarter Zeitung: Die Roboter stehen rund um die Uhr bereit vom 7. April 2011
  5. Deutscher Bundestag: Drucksache 13/1126 vom 13. April 1995 (via WayBack)
  6. Fokus Online: Deutschland zur Lieferung von Robotern bereit am 18. März 2013 [Datum durch "Focus" nachträglich geändert]
  7. heise.de: Eurathlon: "Hoffentlich müssen wir die Roboter nie einsetzen“ vom 24. September 2013
Advertisement