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Atomenergie in Europa > Lettland

Riga by night (8230045602)

Riga (Lettland)

Lettland hatte lange Zeit zwei Forschungsreaktoren aus sowjetischer Zeit in Salaspils in Betrieb. Der Reaktor SRR Salaspils mit einer Leistung von 5.000 KW ging am 26. September 1961 in Betrieb und wurde im Juni 1998 abgeschaltet. Ein weiterer Forschungsreaktor mit der Bezeichnung RKS25 und 0,025 KW Leistung wurde am 15. September 1966 in Betrieb genommen und am 1. Februar 1993 abgeschaltet.[1]

Lettland wurde 1997 Mitglied der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO).[2]

Nach ersten Planungen im Jahre 2006[3] wollte sich Lettland trotz der Fukushima-Katastrophe 2011 zusammen mit Polen und Estland am Bau des in Litauen geplanten Atomkraftwerks Visaginas beteiligen.[4] Auch 2012 setzte sich die lettische Regierung für den 1.300-MW-Reaktor an der lettischen Grenze ein.[5]

Trotz einer Volksabstimmung in Litauen, in der das AKW abgelehnt wurde, planten Lettland, Litauen und Estland 2013 neue Konsultationen zu Visaginas.[6]

Am 19. Januar 2016 erklärte der litauische Energieminister Masiulis, dass das Bauprojekt wegen der ungünstigen Marktbedingungen für Atomstrom vorübergehend gestoppt worden sei. In Estland herrsche aufgrund der Nutzung von Schieferöl ein Energieüberschuss, der den Bau eines Atomkraftwerks unnötig mache.[7]

(Letzte Änderung: 09.06.2022)

Einzelnachweise

  1. IAEO: Research Reactor Database (Eingabe: Latvia) abgerufen am 6. Juni 2022
  2. IAEO: Member States abgerufen am 6. Juni 2022
  3. Deutsche Welle: Litauen, Lettland und Estland wollen AKW bauen vom 9. März 2006
  4. FAZ.net: Ein Atomkraftwerk für die Energieinsel vom 15. Juli 2011 (via WayBack)
  5. Lettische Presseschau: Lettland: Regierung weiter auf Atom-Kurs vom 28. April 2012 (via WayBack)
  6. Deutschlandfunk: Litauen zögert Entscheidung über neues AKW hinaus vom 15. Mai 2013
  7. The Baltic Course: Masiulis: Visaginas NPP project has been shelved for now vom 20. Januar 2016
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