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Atomenergie in außereuropäischen Ländern > Libyen

Forschungsreaktoren in Tajoura

Tripoli Skyline edit

Tripolis (Libyen)

Libyen, seit 1963 Mitglied der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO),[1] besitzt kein kommerzielles Atomkraft, aber einen Forschungsreaktor mit 10 MW Leistung am Atomforschungszentrum Tajoura.

Dieser wurde ab 1979 gebaut, 1981 in Betrieb genommen und 2006 von hoch- auf niedrig angereichertes Uran umgestellt. Der Reaktor mit der Bezeichnung IRT-1 wurde zur Grundlagenforschung und Produktion von Radioisotopen eingesetzt,[2] ist laut IAEO jedoch außer Betrieb. Daneben betreibt Libyen einen Forschungsreaktor mit der Bezeichnung TNRC Critical Facility bei Tajoura, der eine Leistung von 0,1 KW besitzt.[3]

Einstiegspläne seit den 1970er Jahren

Libyen plante nicht nur den Erwerb von Atomwaffen, sondern auch von Atomkraftwerken. 1975 kündigte der damalige französische Präsident Chirac an, Libyen mit einem 600-MW-Reaktor zur Meeresentsalzung ausstatten zu wollen; die Kooperationspläne wurden jedoch nicht fortgeführt. [4]

1977 schlossen Libyen und die Sowjetunion einen Vertrag zum Bau eines Atomkraftwerks mit zwei 440-MW-Reaktoren an der Großen Syrte am Mittelmeer ab. 1984 sollte Belgien den Vertrag übernehmen, sagte aber auf Druck aus den USA ab. 1986 wurden die Pläne für unbestimmte Zeit auf Eis gelegt. Für detaillierte Informationen siehe:

Sirt (Libyen)

Auch Kooperationen mit Indien und Pakistan führten nicht zu greifbaren Ergebnissen.[4]

2004 wurden Libyens Pläne für ein Atomwaffenprogramm mit der Stilllegung der entsprechenden Infrastruktur durch die USA und Großbritannien unter Aufsicht der IAEO beendet.[5]

Im März 2007 wurde in Libyen angekündigt, der nordafrikanische Staat und die USA würden bald einen Vertrag zum Bau eines Atomkraftwerks für Energiegewinnung und Meereswasserentsalzung unterzeichnen.[6] Die USA bestritten dies.[7]

2007 fanden außerdem Konsultationen mit AREVA TA zur möglichen Entwicklung eines mittelgroßen Reaktors zur Meeresentsalzung statt.[8] Im Dezember 2007 schlossen der französische Präsident Sarkozy und Gaddafi ein Abkommen zum Bau eines Atomkraftwerks und einer Entsalzungsanlage ab.[9]

2010 trieb das libysche Institut für Atomenergie nach eigenen Angaben "praktische Maßnahmen" zu Nutzung der Atomkraft voran.[10]

(Letzte Änderung: 21.04.2024)

Einzelnachweise

  1. IAEO: Member States abgerufen am 20. November 2022
  2. iaea.org: Research Reactors in Africa vom November 2011 (via WayBack)
  3. IAEO: Research Reactors/Countries: Libya abgerufen am 20. November 2022 (in Suche "Libya" eingeben)
  4. 4,0 4,1 pircenter.org: THE HISTORY OF THE LIBYAN NUCLEAR PROGRAM: THE REASONS FOR FAILURE abgerufen am 20. November 2022
  5. NTI: Libya Nuclear Overview vom 29. Januar 2015
  6. Gulf News Libya: US to help Tripoli build nuclear power plant vom 13. März 2007
  7. world nuclear news: USA denies cooperation deal with Libya vom 14. März 2007 (via WayBack)
  8. WNA: Emerging Nuclear Energy Countries abgerufen am 20. November 2022
  9. Spiegel Online: Frankreich: Sarkozy und Gaddafi schließen Milliardenverträge - Ministerin empört vom 10. Dezember 2007
  10. world nuclear news: Libya moving forward with nuclear power plans vom 8. Januar 2010
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