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Atomenergie in Europa > Litauen

Reaktoren in Betrieb: - • im Bau: - • stillgelegt: 2 [1]


Vilnius Skyline

Vilnius (Litauen)

Litauen ist seit 1993 Mitglied der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO).[2]

Verantwortlich für die Atompolitik und internationale Vereinbarungen in diesem Bereich ist das Energieministerium Litauens, welches zugleich Eigentümer aller Atomanlagen ist. Als Aufsichtsbehörde fungiert das ein Jahr nach Erlangung der staatlichen Unabhängigkeit 1991 gegründete State Nuclear Power Safety Inspectorate (VATESI). [3] Siehe auch → VATESI (Homepage)

Litauen hatte von der ehemaligen Sowjetunion das Atomkraftwerk Ignalina übernommen. Es umfasste zwei Einheiten mit Reaktoren der sowjetischen Tschernobyl-Bauart RBMK, die 1983 bzw. 1986 in Betrieb gegangen waren. Wegen Sicherheitsbedenken der Europäischen Union, der Litauen 2004 beitrat, wurden beide Einheiten 2004 bzw. 2009 stillgelegt.

Ignalina (Litauen)

Bis zur Schließung von Ignalina hatte der Anteil der Atomenergie an der Stromproduktion in Litauen 70 % betragen. 2020 mussten 70 % der Energie importiert werden.[4]

Ein wichtiges Ziel Litauens und der anderen baltischen Staaten Estland und Lettland war und ist, ihre Abhängigkeit von Russlands Strom- und Gaslieferungen und damit den wirtschaftlichen und politischen Einfluss Moskaus zu verringern.[5]

Ab 2006 planten die baltischen Staaten den Bau eines neuen gemeinsamen Atomkraftwerks auf litauischem Staatsgebiet, das ursprünglich 2015 in Betrieb gehen sollte. 2012 wurde das Projekt zwar von der Regierung Litauens beschlossen, aber im gleichen Jahr in einer Volksabstimmung ohne bindenden Charakter abgelehnt. 2016 wurde ein vorläufiger Projektstopp erklärt.

Visaginas (Litauen)

Im Januar 2022 wurde berichtet, dass Litauen das veraltete und unsortierte Lager für radioaktive Abfälle in Maišiagala aus der Zeit der Sowjetunion abreißen und den dort gelagerten Atommüll endgültig entsorgen möchte. Die in Maišiagala deponierten Abfälle enthalten sehr schwach- bis mittelradioaktive Abfälle mit kurz- und langlebigen radioaktiven Substanzen.[6]

(Letzte Änderung: 27.06.2022)

Einzelnachweise

  1. IAEA: PRIS - CountryStatistics/Lithuania, Republic of abgerufen am 27. Juni 2022
  2. IAEO: Member States abgerufen am 27. Juni 2022
  3. IAEO Country Profiles: Lithuania abgerufen am 27. Juni 2022
  4. WNA Country Profiles: Nuclear Power in Lithuania abgerufen am 27. Juni 2022
  5. FAZ.net: Ein Atomkraftwerk für die Energieinsel vom 15. Juli 2011 (via WayBack)
  6. world nuclear news: Lithuania to tackle Soviet-era waste store vom 19. Januar 2022
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