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Atomenergie in Europa > Mol (Belgien)

Anlagen für Wiederaufarbeitung und Verglasung

Belgien ist auch im Bereich der Wiederaufarbeitung tätig.

Am Standort Mol, an dem bereits 1952 das belgische Atomforschungszentrum gegründet worden war, wurde 1957 die Wiederaufarbeitungsanlage Eurochemic eröffnet, deren Ausmaße eigentlich doppelt so groß geplant waren wie die der Anlagen in La Hague und Wackersdorf. Jedoch wurde die Anlage bereits 1974 vom Betreiber wieder geschlossen und hinterließ 2.865 Kubikmeter flüssigen, hochradioaktiven Müll.[1] Eurochemic wurde aufgrund mangelnder Rentabilität geschlossen. Die Kosten für den Bau lagen bei 36,5 Mio. Dollar, die Kosten für den Rückbau wurden auf das Siebenfache geschätzt.[2]

1985 wurde eine "Anlage zur Verglasung radioaktiver Spaltproduktkonzentrate" namens Pamela gegründet, in der flüssiger Atommüll mit Hilfe von Glas verfestigt und lagerungsfähig gemacht wird.[1][3]

Der Standort Mol war auch in den Skandal um Atommüllschiebereien und Schmiergelder im Hanauer "Atomdorf" verwickelt, der 1986 aufflog.

1984 wurde die Abfallverwertungsanlage Belgoprocess in Dessel gegründet.[4] Die belgische Atomaufsicht FANC hat 2012 darauf hingewiesen, dass Belgoprocess hinsichtlich der Lagerung von Atommüll nicht mehr die modernen Sicherheitsanforderungen erfüllt. Belgoprocess sagte zu, die Mängel zu beheben.[5]


(Letzte Änderung: 28.04.2016)

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 DER SPIEGEL 4/1988: Von Deutschen kolonialisiert vom 25. Januar 1988
  2. grenzecho.net: Zelle für Zelle, Zentimeter für Zentimeter vom 27. November 2009
  3. KIT: Immobilisierung hochradioaktiver Abfälle (Verglasung) abgerufen am 19. Februar 2014
  4. Belgoprocess: Homepage abgerufen am 27. November 2014
  5. sporza.be: Wie sicher ist das Atommülllager Dessel? vom 22. Februar 2012
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