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Atomenergie in außereuropäischen Ländern > Nigeria

Zuma rock

Zuma Rock nahe der Hauptstadt Abuja (Nigeria)

Nigeria, seit 1964 Mitglied der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO),[1] besitzt bislang einen 30-KW-Forschungsreaktor bei Zaria mit der Bezeichnung NIRR-1, der am 3. Februar 2004 in Betrieb genommen wurde.[2]

2007 beschloss die Regierung Rahmenbedingungen zur Einführung der Atomkraft. Sie ließ sich von der IAEO bei Plänen für den Bau von Atomkraftwerken mit 4.000 MW Leistung bis 2025 unterstützen, später für 1.000 MW bis 2020 und weiteren 4.000 MW bis 2030, und wählte mehrere mögliche Standorte aus.[3]

Am 19. März 2009 unterzeichneten Nigeria und Russland eine Vereinbarung zur Nutzung von Atomkraft[4] und im Juni 2012 eine Absichtserklärung für ein Programm zum Bau von Atomkraftwerken.[5]

In Nigeria sollen zwar auch die erneuerbaren Energien gefördert werden und künftig 50 % der Energieversorgung decken. Die Regierung befürwortet jedoch weiterhin eine zukünftige Nutzung von Atomkraft, womit sie auf Widerstand bei Atomkraftgegnern im Land stößt: "Kritiker sagen: Nigeria schaffe es nicht einmal, Gebäude, Straßen oder Flugzeuge instand zu halten - wie sollten dann Atomkraftwerke gesichert werden?"[6]

Vier Einheiten geplant

Im April 2015 wurde ein weiteres Abkommen zwischen Nigeria und Russland unterzeichnet. Danach sollte ab September 2016 ein Reaktor mit 1.225 MW Leistung durch den Konzern ROSATOM errichtet und bis 2025 fertiggestellt werden. ROSATOM sollte die Anlage finanzieren und später Eigentümer und Betreiber sein.[7] Bis 2035 soll eine Erweiterung auf vier Einheiten mit 4.800 MW folgen.[8] Als Standorte wurden im Juni 2015 Geregu im Staat Kogi and Itu im Staat Akwa Ibom ausgewählt, an denen jeweils Anlagen mit 2.400 MW entstehen sollen.[9]

2017 wurden neuerdings Abkommen mit Russland über Bau und Betrieb eines Atomkraftwerks und eines nuklearen Forschungszentrums unterzeichnet.[10]

2022 wurde berichtet, dass Nigeria plant, vier Einheiten mit 4000 MW bauen zu lassen und sich in der Ausschreibungsphase des Kernkraftprogramms befindet. Es seien Vereinbarungen mit Südkorea, Frankreich, Russland und Indien unterzeichnet worden.[11]

(Letzte Änderung: 07.07.2024)

Einzelnachweise

  1. IAEO: Member States abgerufen am 21. November 2022
  2. IAEO: Research Reactors/Nigeria NIRR-1 abgerufen am 21. November 2022 (in Suche "Nigeria" eingeben)
  3. WNA: Emerging Nuclear Energy Countries abgerufen am 7. Juli 2024
  4. nni.ecology.at: Nigeria abgerufen am 10. Juli 2019 (via WayBack)
  5. www.nuklearforum.ch: Russland unterzeichnet Absichtserklärung mit Nigeria vom 19. Juni 2012
  6. tagesschau.de: Problematische Stromversorgung in Nigeria - Solar oder Atom - statt Dieselgeneratoren vom 18. Juni 2012 (via WayBack)
  7. sputniknews.com: Russland beginnt 2016 mit Bau vom ersten AKW in Nigeria vom 14. August 2015 (via WayBack)
  8. ibitimes.co.uk: Nigeria signs pact with Russia's Rosatom to build 4 nuclear power plants vom 14. April 2015
  9. power-technology.com: Nigeria selects sites for 4,800MW nuclear power plants vom 17. Juni 2015
  10. Bloomberg: Russia Signs Agreement With Nigeria for Nuclear Power Plant vom 30. Oktober 2017
  11. world nuclear news: Nigeria moving ahead on nuclear power plant plan vom 18. März 2022
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