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Organisationen und Kommissionen > Nuclear Energy Agency (NEA)

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NEA-Mitgliedstaaten 2013

Die Nuclear Energy Agency (NEA) ist eine Organisation unter dem Dach der OECD. Deutschland ist Gründungsmitglied der OECD und Mitglied der NEA seit 1958.

Die Organisation wird vom Bundesumweltministerium wie folgt beschrieben: "Die NEA arbeitet eng mit der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) und den europäischen Institutionen zusammen. Aufgabe der NEA ist insbesondere, ihre Mitgliedstaaten dabei zu unterstützen, die wissenschaftlichen, technologischen und gesetzlichen Grundlagen, die für eine sichere, umweltverträgliche sowie wirtschaftliche Nutzung der Kernenergie für friedliche Zwecke notwendig sind, zu erhalten und weiter zu entwickeln. Die Aufgabenerfüllung erfolgt durch ein Programm zu Themen der nuklearen Sicherheit, der Behandlung radioaktiver Abfälle, dem Strahlenschutz, dem Atomrecht und der Haftung sowie der öffentlichen Informationen."[1]

Die Organisation wurde im Februar 1958 als European Nuclear Energy Agency (ENEA) gegründet und erhielt 1972 ihren heutigen Namen. Sie schuf zunächst Grundlagen für die Zusammenarbeit im Nuklearbereich und leitete mehrere gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsvorhaben ein. Ab Anfang der 1970er Jahre bot sie ein Forum für die Koordinierung der nationalen Nuklearprogramme der Mitgliedsländer, insbesondere in den Bereichen Gesundheit, Sicherheit und Regulierung. [2]

1990 entwickelte die NEA zusammen mit der IAEO die "Internationale Bewertungsskala für nukleare Ereignisse" (INES).[3]Atomunfälle - Klassifizierung und Übersicht

Sie erarbeitete darüber hinaus zusammen mit der IAEO internationale Standards für den Auswahlprozess bei der Endlagersuche.[4]

2008 prognostizierte die NEA eine Vervierfachung des Bedarfs an Atomkraftwerken bis 2050. "Als Grund für den vorhergesagten stärkeren Einsatz der Kernenergie nannte NEA den wachsenden Strombedarf und die Notwendigkeit der Verringerung der Treibhausgase."[5]

Die Nuclear Energy Agency betreibt verschiedene Nuklear-Datenbanken und Tools für ihre Mitgliedstaaten[6], darunter auch das "International Reporting System for Operating Experience" (IRS), in dem sich Regierungsorganisationen über Störfälle bei Atomkraftwerken informieren können.[7]

Die NEA besitzt auch Verzeichnisse über die Fässer mit Atommüll, die bis 1982 an 15 Stellen im Nordostatlantik von neun Staaten versenkt wurden: 222.732 Fässern mit 114.726 Tonnen Atommüll.[8][9]Radioaktive Verseuchung von Gewässern/Atommüll im Atlantik

Am 27. Mai 2013 veranstaltete die NEA einen OECD-Workshop in München, in dem die OECD-Länder darstellten und diskutierten, wie sie mit der Zwischenlagerung von Atommüll umgehen.[10]

Weitere Quellen

→ NEA: The Nuclear Energy Agency (NEA) (Homepage)
→ oecd-nea.org: NEA member countries and dates of accession

(Letzte Änderung: 02.04.2024)

Einzelnachweise

  1. BMUV: Nuclear Energy Agency (NEA) vom 7. Mai 2023
  2. NEA: History of the OECD Nuclear Energy Agency abgerufen am 7. Mai 2023
  3. IAEO: International Nuclear and Radiological Event Scale (INES) abgerufen am 7. Mai 2023
  4. Frankfurter Rundschau: Wohin mit dem Atommüll? vom 9. März 2007 (via WayBack)
  5. Focus Online: Atomenergie - NEA sagt drastischen Anstieg der Atomenergie voraus vom 16. Oktober 2008 [Datum nachträglich von "Focus" verändert]
  6. NEA: Nuclear Data Services abgerufen am 7. Mai 2023
  7. NEA: Nuclear Power Plant Operating Experience abgerufen am 7. Mai 2023
  8. Focus Online: Atommüll im Nordatlantik - Radioaktivität entweicht aus undichten Fässern vom 1. November 2011 (via WayBack)
  9. PLOS: Human Activities on the Deep Seafloor in the North East Atlantic: An Assessment of Spatial Extent (Wate Disposal, Radioactive Waste) vom 13. September 2010
  10. GRS: OECD-Workshop in München zum Thema Langzeitsicherheit von Zwischenlagern vom 27. Mai 2013 (via WayBack)
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