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Bei [[Gorleben]] im ostniedersächsischen Kreis Lüchow-Dannenberg war von der niedersächsischen Landesregierung unter Ernst Albrecht ursprünglich die Errichtung eines "Nuklearen Entsorgungszentrums (NEZ)" geplant.
 
Bei [[Gorleben]] im ostniedersächsischen Kreis Lüchow-Dannenberg war von der niedersächsischen Landesregierung unter Ernst Albrecht ursprünglich die Errichtung eines "Nuklearen Entsorgungszentrums (NEZ)" geplant.
   
Vorausgegangen war eine erste Standortsuche ab 1972, bei der zunächst Weesen-Lutterloh, Lichtenhorst und Wahn vorgeschlagen wurden. Nach Protesten in allen drei Standorten wurden die Erkundungsarbeiten jedoch 1976 beendet. Am 22. Februar 1977 entschied sich die niedersächsische Landesregierung (CDU) für den Standort Gorleben, und die Bundesregierung stimmte im folgenden Juli trotz Großdemonstrationen der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg zu.<ref name= "BfS_2003_02">Bundesamt für Strahlenschutz: [http://www.bfs.de/de/endlager/standortfindung/informationen_standortfindung/atom_end.html/printversion Atomare Endlagerung im Spannungsfeld zwischen fachlichen Notwendigkeiten und gesellschaftlichen Realitäten]. Rede von BfS-Präsident Wolfram König auf der Tagung "Atommüll und sozialer Friede - Strategien der Standortsuche für nukleare Endlager", Evangelische Akademie Loccum, 7. bis 9. Februar 2003</ref>
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Vorausgegangen war eine erste Standortsuche ab 1972, bei der zunächst Weesen-Lutterloh, Lichtenhorst und Wahn vorgeschlagen wurden. Nach Protesten in allen drei Standorten wurden die Erkundungsarbeiten jedoch 1976 beendet. Am 22. Februar 1977 entschied sich die niedersächsische Landesregierung (CDU) für den Standort Gorleben, und die Bundesregierung stimmte im folgenden Juli trotz Großdemonstrationen der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg zu.<ref name= "BfS_2003_02">Bundesamt für Strahlenschutz: [http://www.bfs.de/de/endlager/standortauswahl/weitere_informationen/atom_end.html/printversion Atomare Endlagerung im Spannungsfeld zwischen fachlichen Notwendigkeiten und gesellschaftlichen Realitäten]. Rede von BfS-Präsident Wolfram König auf der Tagung "Atommüll und sozialer Friede - Strategien der Standortsuche für nukleare Endlager", Evangelische Akademie Loccum, 7. bis 9. Februar 2003</ref>
   
 
Ziel des NEZ war, eine[[Wiederaufarbeitung| Wiederaufarbeitungsanlage]], eine Brennelementefabrik, ein Zwischenlager für abgebrannte Brennelemente, eine Verpackungsanlage für atomare Abfälle und ein unterirdisches Endlager an einem Standort zu integrieren. Die niedersächsische Landesregierung versprach sich davon die Schaffung vieler Arbeitsplätze in der strukturschwachen Region.<ref>Deutschlandfunk: [http://www.deutschlandfunk.de/endlager-gesucht.724.de.html?dram:article_id=244393 Endlager gesucht] vom 23. April 2013</ref>
 
Ziel des NEZ war, eine[[Wiederaufarbeitung| Wiederaufarbeitungsanlage]], eine Brennelementefabrik, ein Zwischenlager für abgebrannte Brennelemente, eine Verpackungsanlage für atomare Abfälle und ein unterirdisches Endlager an einem Standort zu integrieren. Die niedersächsische Landesregierung versprach sich davon die Schaffung vieler Arbeitsplätze in der strukturschwachen Region.<ref>Deutschlandfunk: [http://www.deutschlandfunk.de/endlager-gesucht.724.de.html?dram:article_id=244393 Endlager gesucht] vom 23. April 2013</ref>

Version vom 29. Mai 2015, 21:00 Uhr

Unvollendete Anlagen > Nukleares Entsorgungszentrum (NEZ)

Bei Gorleben im ostniedersächsischen Kreis Lüchow-Dannenberg war von der niedersächsischen Landesregierung unter Ernst Albrecht ursprünglich die Errichtung eines "Nuklearen Entsorgungszentrums (NEZ)" geplant.

Vorausgegangen war eine erste Standortsuche ab 1972, bei der zunächst Weesen-Lutterloh, Lichtenhorst und Wahn vorgeschlagen wurden. Nach Protesten in allen drei Standorten wurden die Erkundungsarbeiten jedoch 1976 beendet. Am 22. Februar 1977 entschied sich die niedersächsische Landesregierung (CDU) für den Standort Gorleben, und die Bundesregierung stimmte im folgenden Juli trotz Großdemonstrationen der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg zu.[1]

Ziel des NEZ war, eine Wiederaufarbeitungsanlage, eine Brennelementefabrik, ein Zwischenlager für abgebrannte Brennelemente, eine Verpackungsanlage für atomare Abfälle und ein unterirdisches Endlager an einem Standort zu integrieren. Die niedersächsische Landesregierung versprach sich davon die Schaffung vieler Arbeitsplätze in der strukturschwachen Region.[2]

Die damalige Diskussion ist in einem Artikel des "SPIEGEL 13/1979" ausführlich erläutert worden. → Gorleben: Das Zeitalter der Angst? Das nukleare Entsorgungszentrum entscheidet den Kampf um die Kernkraft vom 26. März 1979

Die Gegner des NEZ setzten eine unabhängige Prüfung durch nationale und internationale Experten durch, bei der die ursprüngliche Planung der "Deutschen Gesellschaft für Wiederaufbereitung von Kernbrennstoffen (DWK)" verworfen wurde: Die DWK hatte ein großes Wasserbecken für abgebrannte Brennstäbe einrichten und die hochradioaktive Flüssigkeit in Lagertanks sammeln wollen.[3]

Schließlich gab der damalige niedersächsische Ministerpräsident Ernst Albrecht am 16. Mai 1979 bekannt, dass das NEZ politisch nicht durchgesetzt werden könne. Auch die später im Rahmen des sogenannten "Integrierten Entsorgungskonzepts" geplanten Anlagen, die räumlich voneinander getrennt werden sollten, wurden nicht umgesetzt.[1]

Übrig geblieben von den ursprünglichen Plänen in Gorleben sind das oberirdische Zwischenlager und der unterirdische Salzstock als potenzielles Endlager. → Gorleben

(Letzte Änderung: 29.05.2015)

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Bundesamt für Strahlenschutz: Atomare Endlagerung im Spannungsfeld zwischen fachlichen Notwendigkeiten und gesellschaftlichen Realitäten. Rede von BfS-Präsident Wolfram König auf der Tagung "Atommüll und sozialer Friede - Strategien der Standortsuche für nukleare Endlager", Evangelische Akademie Loccum, 7. bis 9. Februar 2003
  2. Deutschlandfunk: Endlager gesucht vom 23. April 2013
  3. Joachim Radkau & Lothar Hahn: Aufstieg und Fall der deutschen Atomwirtschaft. oekom, München 2013. S. 366.