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Atomenergie in Europa > Portugal

Rush hour Lisbon

Lissabon (Portugal)

Portugal war 1957 ein Gründungsmitglied der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO)[1] und betrieb von 1961 bis 2016 einen kleinen Forschungsreaktor namens RPI.[2]

In den 1970er Jahren plante Portugal den Einstieg in die kommerzielle Nutzung der Atomkraft, um die unzureichende Energieversorgung des Landes zu verbessern. 1975 wurde angekündigt, dass ein erstes von zwei geplanten Atomkraftwerken bis 1982 den Betrieb aufnehmen könnte. Es sollte in Ferrell, einem kleinen Dorf am Meer, ungefähr 100 Kilometer nördlich von Lissabon, errichtet werden. 1977 wurden deshalb Demonstrationen von Atomkraftgegnern organisiert. Die Entscheidung, in die Atomkraft einzusteigen, wurde immer wieder verschoben, insbesondere wegen des Atomunfalls von Harrisburg/Three Mile Island (USA). 1981 kam es zu Demonstrationen gegen das geplante Atomkraftwerk Sayago (Spanien), das nur 15 Kilometer von der portugiesischen Grenze entfernt errichtet werden sollte, später aber verworfen wurde. Aufgrund mangelnder Unterstützung in den Parteien wurde der Atomeinstieg 1984 endgültig ad acta gelegt.[3]

1995 bot ein internationales Konsortium an, einen Reaktor auf eigene Kosten in Portugal zu bauen, was Diskussionen in der Presse auslöste. Von Seiten der portugiesischen Regierung wurde jedoch erklärt, es gäbe kein Interesse daran.[4]

Nach Informationen der World Nuclear Association (WNA) lehnte das portugiesische Parlament 2004 wiederum einen Antrag ab, die Atomenergie einzuführen.[5]

2021 deckte Portugal 62 % seines Strombedarfs über erneuerbare Energien; der Anteil der Energie aus Erneuerbaren soll 2026 auf 80 % steigen.[6]

→ AtomkraftwerkePlag: Uranabbau in Portugal

(Letzte Änderung: 21.08.2022)

Einzelnachweise

  1. IAEO: Member States abgerufen am 21. August 2022
  2. IAEO: Research Reactor Database abgerufen am 21. August 2022 (in der Suche "Portugal" eingeben)
  3. cadmus.eui.eu: THE POLITICS OF ENVIRONMENTAL GROUPS IN PORTUGAL (S.87-104) vom Januar 2000
  4. Deutschlandfunk: In Portugal wächst der Energiebedarf - Dadurch flammt die Diskussion um Atomenergie auf vom 12. August 2005
  5. WNA: Emerging Nuclear Energy Countries/Portugal abgerufen am 9. Februar 2014 (via WayBack)
  6. Focus Online: 80 Prozent aus erneuerbaren EnergienDas Wasserstoff-Tal: Wie Portugal den Krieg als Energie-Chance nutzt vom 11. Juni 2022
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