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Atomenergie in außereuropäischen Ländern > USA > Shippingport (USA)

Druckwasserreaktor/Brutreaktor • Leistung: 68 MW • Typ: PLWBR • Hersteller: Westinghouse •
Baubeginn: 1. Januar 1954 • Inbetriebnahme: 1. Januar 1957 • Abschaltung: 1. Oktober 1982[1][2]


Erster größerer kommerzieller Reaktor der USA

Atomic_Power_at_Shippingport_(ca_1958)

Atomic Power at Shippingport (ca 1958)

(29:03 Minuten, hochgeladen in YouTube am 21. Februar 2014)

Der Standort Shippingport befindet sich 40 Meilen entfernt von Pittsburgh in Beaver County, am Ohio River im Bundesstaat Pennsylvania.[3] Dort wurde von 1957 bis 1982 ein experimenteller Druckwasser-/Brutreaktor mit 68 MW Leistung betrieben. Als Eigentümer und Betreiber wird das Department of Energy and Duquesne Light Co. angegeben.[1] Hersteller war Westinghouse.[2]

Der Reaktor war Teil des Programms "Atoms for Peace" von Präsident Eisenhower und das erste größere kommerzielle Atomkraftwerk der Vereinigten Staaten.[3]

Eisenhower ließ es sich nicht nehmen, den Beginn der Bauarbeiten mit einer Zeremonie zu eröffnen. Der "Spiegel" berichtete im Jahr 1954: "An einem Tag des vergangenen Monats ergriff Präsident Eisenhower im Fernsehstudio von Denver einen Stab, aus dessen kugeligem Knauf schwache radioaktive Strahlen ausströmten. Er schwenkte den "Zauberstab" vor einem geheimnisvollen Kasten von der Größe einer Kleidertruhe, ein elektrischer Impuls wurde ausgelöst, und während Millionen von Fernsehteilnehmern fasziniert zuschauten, setzte sich auf einem Baugelände in dem 2000 Kilometer entfernten Städtchen Shippingport ein ferngesteuerter Bagger in Bewegung."[4]

Der Bau des Reaktors kostete 125 Mio. US-Dollar, der Abriss 98 Mio. US-Dollar (ohne Endlagerung).[5]

Einsatz verschiedener Technologien

Im Reaktor wurden unterschiedliche Kerntechnologien getestet und verschiedene Brennstoffe eingesetzt. 1964 erhielt Shippingport einen zweiten Kern, mit dem mehr Energie erzeugt wurde, und 1977 einen dritten, mit dem er nun als Leichtwasser-Brutreaktor (LWBR) mit Thorium und Uran betrieben werden konnte. Nach dem Atomunfall von Harrisburg/Three Mile Island (USA) nahmen die Sicherheitsbedenken der Bevölkerung zu, weswegen der Reaktor 1982 abgeschaltet wurde. 1983 begann die Stilllegung. Der Reaktor wurde per Schiff über den Mississippi, die Ohio Rivers und den Panamakanal in den Staat Washington gebracht und in der Hanford Military Reservation gelagert.[3] 1989 wurde die Stilllegung abgeschlossen, und der Standort zu uneingeschränkter öffentlicher Nutzung freigegeben.[6]

Strahlungsschäden

Der Pittsburgher Professor für Radiologie, Sternglass, beschuldigte die städtischen Verantwortlichen von Shippingport, gefährliche Strahlungswerte verheimlicht zu haben. Wegen erhöhter Strontium-90-Werte in Nahrungsmitteln sind nach seinen Beobachtungen die Raten für Krebs, Kindersterblichkeit und Herzkrankheiten angestiegen. Die Beschuldigungen des Experten lösten Proteste in Shippingport aus.[7]

Weitere Links

→ The Times: Shippingport plant symbolized America's "high hopes" for peaceful nuclear power vom 9. August 2015 (via WayBack)
→ American Nuclear Society: First Criticality at Shippingport vom 11. Dezember 2014
→ newsinteractive.post-gazette.com: Shippingport Atomic Power Station vom 2. Juni 2014 (Fotografien)
→ osti.gov: SHIPPINGPORT OPERATIONS WITH THE LIGHT WATER BREEDER REACTOR CORE (LWBR Development Program) vom März 1986

(Letzte Änderung: 27.01.2023)

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 IAEO: PRIS - Country Statistics/United States of America abgerufen am 27. Januar 2023
  2. 2,0 2,1 IAEO: LES CENTRALES NUCLEAIRES DANS LE MONDE von 1997
  3. 3,0 3,1 3,2 pabook.libraries.psu.edu: America’s First Civilian Nuclear Plant vom Frühjahr 2010 (via WayBack)
  4. DER SPIEGEL 44/1954: Strom zum Kochen vom 27. Oktober 1954 (via WayBack)
  5. DER SPIEGEL 2/1991: Dann warte ich auf Entwarnung - Der nukleare Müll aus Bombenversuchen und Kernkraftwerken verstrahlt die Vereinigten Staaten vom 6. Januar 1991
  6. phmc.state.pa.us: Manuscript Group 508 - SHIPPINGPORT ATOMIC POWER STATION COLLECTION 1954-2009 abgerufen am 17. März 2015
  7. newsinteractive.post-gazette.com: Shippingport Atomic Power Station vom 2. Juni 2014
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