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Die Konzerne > Uniper

Gründung

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AKW Oskarshamn (Schweden)

Uniper ist ein in Düsseldorf ansässiger internationaler Energiekonzern, dessen Kernaktivitäten laut eigenen Angaben "die Stromerzeugung in Europa, den weltweiten Energiehandel sowie ein breites Gasportfolio" umfassen.[1]

Die Geschichte von Uniper reicht bis ins Jahr 2014 zurück. Am 30. November/1. Dezember 2014 kündigte der Konzern E.ON an, sich binnen zwei Jahren von seinem bisherigen Kerngeschäft, den Atom-, Kohle- und Gaskraftwerken, zu trennen und diese in eine separate Gesellschaft auslagern zu wollen. E.ON selbst wollte sich künftig auf erneuerbare Energien, Energienetze und Kundendienstleistungen konzentrieren. Ursache dafür seien die massiven Marktumwälzungen wegen der Energiewende, der Siegeszug der erneuerbaren Energien und 31. Mrd. Euro Schulden, die E.ON angehäuft hatte. Die 14,5 Mrd. Euro Rückstellungen für Rückbau und Entsorgung der Atomkraftwerke sollten in die neue Gesellschaft übertragen werden.[2] Atomkraftgegner befürchteten, dass diese Rückstellungen wegen schlechter wirtschaftlicher Perspektiven der neuen "Bad Bank" von E.ON verloren gehen könnten.[3]

Nachdem die Bundesregierung jedoch ankündigte, "die bisher auf 5 Jahre nach eine Ausgründung bestehenden Haftung der abgebenden Gesellschaft auf unbegrenzte Zeit zu verlängern", änderte E.ON seine Strategie und erklärte am 10. September 2015, dass die Atomkraftsparte nun doch nicht in die neue Gesellschaft Uniper ausgelagert, sondern beim Mutterkonzern E.ON verbleiben sollte.[4]

In einem am 18. April 2016 abgeschlossenen Vertrag wurde die neue Gesellschaft Uniper rückwirkend zum 1. Januar 2016 von E.ON abgespaltet.[5]

Verstaatlichung

Um den wegen des Wegfalls russischer Gaslieferungen in finanzielle Schieflage geratenen Konzern zu stabilisieren und "die Energieversorgung für Unternehmen, Stadtwerke und Verbraucherinnen und Verbraucher zu sichern", übernahm der Bund zum 21. September 2022 rund 99 % der Anteile von Uniper. Bis dahin war der finnische Staatskonzern Fortum mit 78 % Mehrheitsaktionär bei Uniper gewesen. [6][7]

Beteiligung an schwedischen Atomkraftwerken

Mit der Übernahme von Uniper ist die Bundesrepublik Deutschland zugleich Mehrheitseigentümer des schwedischen Konzerns OKG im AKW → Oskarshamn (Schweden) sowie Minderheitseigentümer in den AKW → Ringhals (Schweden) und → Forsmark (Schweden) geworden. Zugleich ist der Bund nun Eigentümer des stillgelegten und sich im Rückbau befindlichen Atomkraftwerkes → Barsebäck (Schweden) .[8][9]

Am 1. November 2022 erklärte die schwedische Energieministerin, dass Uniper den Bau eines neuen Atomkraftwerks in der südschwedischen Provinz Schonen plane,[10] was Uniper jedoch dementierte.[11]

Beteiligung an SMR-Entwicklung

Die schwedische Tochter von Uniper unterzeichnete im Februar 2021 eine Vereinbarung, bis 2030 eine Demonstrationsanlage für einen Small Modular Reactor (SMR) am Standort Oskarshamn zu errichten.[12] In seiner Homepage führt Uniper aus, dass die SMR-Technologie eine hohe Priorität für den Konzern darstelle.[13]

Im April 2023 erklärt Uniper der Deutschen Presse-Agentur, dass es keine Pläne habe, sich von seinen schwedischen Atomkraftwerken zu trennen. Uniper will weiter in die SMR-Entwicklung investieren.[14][15]

Homepage

→ Uniper: Das Unternehmen in Kürze
→ Uniper: Kernkraft - Stütze für Null-Kohlenstoff-Strategie in Nordeuropa

(Letzte Änderung: 13.05.2023)

Einzelnachweise

  1. Uniper: Uniper-Konzern abgerufen am 12. Mai 2023
  2. Spiegel Online: Abspaltung von Kohle, Gas und Atom: Wie sich E.on neu erfindet vom 1. Dezember 2014
  3. NDR: Entzieht sich E.ON seiner Verantwortung? vom 1. Dezember 2014 (via WayBack)
  4. FAZ.net: Geänderte Konzernstrategie - Eon behält deutsche Kernkraftwerke im Konzern vom 10. September 2015
  5. eon.com: Gemeinsamer Spaltungsbericht der Vorstände der E.ON SE, Düsseldorf, und der Uniper SE, Düsseldorf abgerufen am 27. Juni 2016 (S. 11, via WayBack)
  6. tagesschau.de: Uniper wird verstaatlicht vom 21. September 2022
  7. handelsblatt.com: Rettungspaket von acht Milliarden Euro: Bund übernimmt Uniper vom 21. September 2022
  8. Uniper: Nuclear power in Sweden abgerufen am 12. Mai 2023
  9. Uniper: Barsebäck Clean Energy Park abgerufen am 12. Mai 2023
  10. taz.de: Uniper plant AKW in Schweden vom 1. November 2011
  11. RND: Uniper: Schweden: Uniper wird keine neuen Atomkraftwerke bauen vom 10. November 2022
  12. GRS: Kernenergie in Schweden (Stand: 15.02.2023) abgerufen am 12. Mai 2023
  13. Uniper: SMR – a new chapter in the story of nuclear power SMR – a new chapter in the story of nuclear power abgerufen am 12. Mai 2023
  14. manager magazin: Deutschland steigt aus Atomkraft aus - außer Uniper vom 11. April 2023
  15. Handelsblatt: Deutschland steigt aus der Atomkraft aus – zumindest fast vom 11. April 2023
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